«Liebe geht durch den Magen!»

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Feines aus der Küche- Wie alles begann

Menschen, so wie du und ich! So erzählt Manuela Häusler-Signer ihre Geschichte und treffender könnte sie nicht beschrieben werden, wie mit

«Liebe geht durch den Magen!»

Mein Name ist Manuela Häusler Signer. Ich bin Jahrgang 1973, Mutter von zwei Töchtern und zwei Söhnen, verheiratet und lebe und arbeite in Wilen bei Wil. Die Leidenschaft fürs Verwerten, Einkochen und haltbar machen wurde schon früh in mir geweckt. Und zwar von meiner Grossmutter. Ich durfte ihr beim Pflücken, Sortieren und Rüsten helfen. In guter Erinnerung sind mir auch die Besuche auf dem örtlichen Bauernmarkt geblieben. Das Feilschen und Treiben, die verschiedenen Gerüche und die Vielfalt der angebotenen Waren faszinierten mich schon damals. Besonders gefiel es mir aber, wenn meine Oma und ich während des Kochens zusammen Lieder sangen und sie mir Geschichten von früher erzählte. Vor allem die Geschichten über meine Uroma, die sich gut mit Pflanzen auskannte und gegen jedes Wehwehchen ein Kräutlein wusste. Mit meinem Opa ging ich häufig wandern. Er kannte Plätze wo Walderdbeeren wuchsen und zeigte mir Bachränder, die üppig mit Schlüsselblumen oder Bärlauch bewachsen waren. Überhaupt war ich mit meinen Grosseltern viel in der Natur unterwegs. Es gefiel mir überall aber am wohlsten fühlte ich mich im Wald und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Seit einigen Jahren habe ich das Privileg an drei Vormittagen die Woche im Wald als Spielgruppenleiterin und Kindergarten-Klassenassistentin zu arbeiten. Es ist eine Freude den Wechsel der Jahreszeiten gemeinsam mit den Kindern zu erleben. Die Kinder haben mich gelehrt den Fokus wieder auf die kleinen, für uns Erwachsene meist unscheinbaren, Dinge zu lenken. Die Natur durch Kinderaugen sehen- was für ein Glück und was es da alles zu entdecken gibt! Genau diese Sichtweise und Neugier helfen mir bei meinem Küchenhobby.

Anfangs, als meine eigenen Kinder noch klein waren, kochte ich Konfitüre, Sirup und Kompott für den Eigenbedarf ein. Ich wollte meiner Familie nicht irgendetwas auftischen. Es interessierte mich woher die Zutaten stammten und ich wollte selbst bestimmen in welcher Menge die einzelnen Komponenten in den fertigen Produkten vorhanden sind. Mir war und ist es sehr wichtig saisonal und mit regionalen Produkten zu kochen. Mit den Jahren wurde meine Experimentierfreude immer grösser und die Bandbreite an Eingemachtem wuchs ebenso mit. Einzig das Vorratsregal passte sich den Umständen nicht an… Deshalb begann ich meine Freunde und Bekannten mit Grüssen aus der Küche zu beschenken. Eines Tages lud mich eine Freundin ein, meine Waren an ihrer Adventsausstellung zum Verkauf anzubieten. Spontan sagte ich zu und war danach überwältigt vom Erfolg. Nie hätte ich gedacht, dass meine Kocherei anderen so grosse Freude bereitet und geschätzt wird. Das war die Geburtsstunde von «Feines aus der Küche.ch».

«Feines aus der Küche.ch»
«Feines aus der Küche.ch»

Seit nunmehr zehn Jahren darf ich meine Kreationen auf dem Wochenmarkt in Wil in St. Gallen und an diversen Weihnachtsmärkten in der Region zum Kauf anbieten. Was mich besonders freut ist, dass mein gesamtes Sortiment im «Le petit Paradis», einem Ladenlokal in Wil, das von einer Freundin betrieben wird, erworben werden kann. Auch im «Ganzohni- unverpackt in St. Gallen» steht ein kleiner Teil meiner Palette in den Verkaufsregalen. Meine Experimentierfreude und Neugier wurden deswegen aber nicht kleiner, ganz im Gegenteil. Seit ein paar Jahren befasse ich mich mit den übersehenen, teils ungeliebten Schätzen die Mutter Natur vor unseren Füssen spriessen lässt. Viele von uns haben vergessen was für gesunde Leckereien, in Form von «Unkräutern» und Wildfrüchten, direkt vor unseren Haustüren wachsen. Ich möchte meinen Mitmenschen dieses alte Wissen in kulinarischer Form näherbringen.

Kelten- oder Unkrautsuppe

Frühling ist meine liebste Jahreszeit. Dieses grosse Erwachen und von neuem Erblühen. Wenn die Tage länger werden, die Sonne mit ihrer Kraft die Pflänzchen aus dem Schlaf lockt, dann bin ich am liebsten draussen unterwegs und empfinde eine tiefe Zufriedenheit. Ich möchte nun eines meiner liebsten Frühlingsrezepte vorstellen: die 9- Kräutersuppe. Man kennt sie auch als Gründonnerstags-, Kelten-, oder Unkrautsuppe. Sie wird aus den ersten neun Frühlingskräutern gekocht. Wobei das mit den neun Kräutern immer etwas variiert. Manchmal finden sieben verschiedene Kräuter den Weg in meinen Topf und manchmal sind es über zehn. Ganz nach Lust und Laune ergänze ich die Suppe mit anderen Gartenkräutern oder dem ein oder anderen Gemüse. Je nach Region und Sammelerfolg schmeckt die Suppe unterschiedlich und genau das liebe ich so an ihr! Auch die Menge der einzelnen Kräuter überlasse ich dem Sammelglück und meinem Bauchgefühl- lecker schmeckt es am Ende sowieso.

Kräuter für die Kelten- und Unkrautsuppe
Kräuter für die Kelten- und Unkrautsuppe

Das Grundrezept ist folgendes:

9-Kräutersuppe

1. Zwiebeln und Kräuter fein schneiden

2. Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln kurz andünsten

3. Mehl dazugeben und mit der Gemüsebrühe aufgiessen

4. unter Rühren aufkochen und während 5 Minuten köcheln lassen. Zwischendurch gut umrühren

5. nun die Kräuter hinzufügen und für 10 Minuten weiterkochen

6. nach Geschmack mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Rahm oder Crème fraîche verfeinern

7. mit Gänseblümchenblüten dekorieren und mit Brot servieren

Viel Spass beim Sammeln, Kochen und anschliessenden Geniessen.

Ich wünsche guten Appetit.

Eure Manuela Häusler-Signer

feinesausderkueche.ch/ info@feinesausderkueche.ch

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Redaktionelle Gestaltung und Umsetzung: Nadja Hillgruber

Bildnachweis: © Manuela Häusler-Signer

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